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Marcel Schuon: Neuanfang in Nagold

von Gäubote Herrenberg • vor 2337 Tagen • 1256 Aufrufe • 0 Kommentare • Teilen

Der VfL Nagold geht in der Fußball-Landesliga als einer der Topfavoriten in die neue Runde. Der Vizemeister hat seine junge Mannschaft mit zwei erfahrenen Spielern gezielt verstärkt und wird deshalb von nahezu allen anderen Mannschaften als künftiger Meister gehandelt. Heute bestreitet Nagold um 17 Uhr in Althengstett sein erstes Testspiel.


Eigentlich wollte der VfL Nagold schon am Montag dieser Woche mit der Vorbereitung beginnen, doch weil die Nagolder nach dem Ende der Punkterunde noch die Relegation gespielt haben, hat Trainer Thomas Schwarz den Spielern noch eine halbe Woche länger Pause verordnet. Noch immer wurmt Schwarz die Niederlage gegen Hellas Bietigheim im ersten Entscheidungsspiel der Landesliga-Vizemeister, als der VfL nach einer 2:0-Führung erst in der Verlängerung ausschied und damit die Chance auf einen Wiederaufstieg in die Verbandsliga verspielte. "Das hatte schon was vom Champions-League-Finale. Aber unser Ausscheiden ist jetzt abgehakt", sagt Schwarz.

Für die neue Saison ist der VfL gewillt, das Versäumte der letzten Saison nachzuholen und die Favoritenrolle anzunehmen. "Wir wissen sehr wohl, dass wir die innehaben. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und uns vor allem durch Markus Link von der SG Empfingen und Marcel Schuon mit zwei erfahrenen Spielern verstärkt. Da ist doch nachvollziehbar, dass uns die ganze Liga aufs Meisterschild hebt", so Schwarz. Weitere Neuzugänge beim VfL sind die beiden Keeper Andreas Gusenbauer (VfL Herrenberg) und Martin Watolla (SG Empfingen) sowie Marc Wagner, der vom TSV Hildrizhausen nach Nagold zurückkehrt. An Stammspielern hat Nagold nur Timo Hebing und Mathias Rebmann verloren. Er kehrt nach Ende seines Studiums an der Textilfachschule in seine westfälische Heimat zurück, Rebmann wechselt nach Gärtringen, wo der Innenverteidiger fast die gesamte Rückrunde wegen einer Verletzung ausfiel. Ergänzungsstürmer Sven Mensel geht zurück zum SV Wurmlingen.

Vor allem die Verpflichtung des Haiterbachers Marcel Schuon sorgt für Aufsehen. Der frühere Kicker des Zweitligisten VfL Osnabrück war 2009 in den Wettskandal verwickelt und gab vor dem DFB-Kontrollausschuss die Manipulationsvorwürfe im Wesentlichen zu. Im August 2010 sah es der Kontrollausschuss und das DFB-Sportgericht als erwiesen an, dass sich der damals 25-jährige Schuon gegenüber einem Inhaber eines Wettbüros bereiterklärt habe, die Ergebnisse der Zweitliga-Spiele in den Jahren 2008 und 2009 zwischen dem VfL Osnabrück und Carl-Zeiß Jena, Alemannia Aachen, dem FC Augsburg und dem 1. FC Nürnberg zugunsten der gegnerischen Mannschaften zu beeinflussen. Ein Nachweis, dass es durch Schuon tatsächlich zu Manipulationen gekommen ist, konnte nicht erbracht werden. Schuon selbst hatte vor der Staatsanwaltschaft Bochum ausgesagt, dass er mit seinem Auftraggeber zwar eine Spielmanipulation verabredet habe, diese Manipulation aber nie stattgefunden habe. Allerdings hatte man ihm nach dem Augsburg-Spiel 25 000 Euro an Wettschulden erlassen. Das DFB-Sportgericht sperrte den Haiterbacher, der im Dezember 2009 von seinem damaligen Verein, dem Drittligisten SV Sandhausen, fristlos entlassen worden war, für 33 Monate wegen "unsportlichen Verhaltens". Die Sperre begann im Dezember 2009 und läuft bis Ende August 2012.

Beim VfL Nagold ist man durchaus bewusst, dass Schuon mit seiner Vergangenheit leben muss. "Diese Vergangenheit kann man nicht ausblenden, aber jeder junge Mensch hat eine zweite Chance verdient", sagt Nagolds Trainer Thomas Schwarz. Der Neuanfang sei durch verwandtschaftliche Beziehungen zustande gekommen. In Nagold kickt Marcel Schuons Cousin Nils und so sei die Familie Schuon auf den VfL Nagold zugekommen. Marcel Schuon wolle sich in Haiterbach ein berufliches Standbein aufbauen. Mit elf Jahren war Schuon vom TSV Haiterbach 1996 zum VfB Stuttgart gekommen, unter anderem hat er an der U-17-Europameisterschaft und 2005 an der Juniorenweltmeisterschaft teilgenommen. Beim VfB bestritt er 85 Spiele in der Regionalliga und wechselte dann in der Saison 2007/08 in die zweite Liga zum VfL Osnabrück. -enz-

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